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faustlos
 
FAUSTLOS  -   Wir machen mit!






Was ist Faustlos?


Spielerische Raufereien gehören zum Alltag von Kindern. Doch das Thema Gewalt und Aggression unter Kindern und Jugendlichen ist in den letzten Jahren immer wieder ins Zentrum der Öffentlichkeit gerückt.

 
Faustlos möchte in dieser Hinsicht vorbeugen. Das Faustlos-Programm wurde für Kindergärten und 
Schulen zur Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen und zur Prävention von aggressivem Verhalten vom Heidelberger Präventionszentrum (www.h-p-z.de) entwickelt wurde.


Faustlos gehört bundesweit und auch in Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Italien bereits in über 8000 Institutionen zum festen Bestandteil der pädagogischen Arbeit.

Grundannahme des Programms ist, dass aggressives und gewaltbereites Verhalten im wesentlichen aus einem Mangel an sozialen Fähigkeiten resultiert, so dass eine angemessene Konfliktlösung nicht möglich ist.

Faustlos vermittelt altersangemessene, auf den Entwicklungsstand der Schüler bezogene prosoziale Kompetenzen in den Bereichen Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut.

Die Inhalte des Curriculums werden über einen Zeitraum von drei Jahren vermittelt, wobei ein wesentliches Merkmal der spiralförmige Aufbau des Programms ist, d.h. in jedem Schuljahr kommen jeweils wieder die zentralen Einheiten Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut vor, angepasst an den jeweiligen Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler.




1.
Empathie
2.
Impulskontrolle
3.
Umgang mit Ärger und Wut
4.
Vorteile des Faustlos-Programms
5.
Faustlos an der Bachschule
6.
So läuft eine Faustlos- Stunde ab



1. Empathie

Angst
In den Einheiten zum Thema Empathie wird mit den Schülern trainiert, sich in andere hineinzuversetzen und die Gefühle anderer zu erkennen und zu verstehen. Die Schüler lernen dabei, ihre eigenen Gefühle in Konfliktsituationen besser wahrzunehmen und auszudrücken, sowie auf die Gefühle der anderen einzugehen.
Gelingt es den Schülern, sich in andere hineinzuversetzen, deren Standpunkt einzunehmen und sich einzufühlen, verringert dies Missverständnisse in der Interpretation des Verhaltens anderer und hilft ihnen, die eigene Reaktion besser zu kontrollieren.
Kann ein Schüler z.B. bei einem Streit erkennen, dass der andere wütend ist und brüllt, weil er von ihm ohne zu fragen etwas „ausgeliehen“ hat, wird er weniger mit körperlicher oder verbaler Gewalt reagieren, als wenn er die Gefühle des anderen nicht versteht. Empathievermögen ist der erste Schritt dazu, nicht impulsiv auf eine Situation zu reagieren, sondern sich bewusst eine Lösungsmöglichkeit zu überlegen.  
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2. Impulskontrolle

Impulskontrolle
Um Konflikte konstruktiv lösen zu können, müssen Kinder wie Erwachsene die Fähigkeit besitzen, in einer brenzligen Situation erst einmal innezuhalten und ihre spontane Reaktion zu zügeln. Sie müssen sozusagen ihre innere Bremse einschalten (Impulskontrolle).
Bei Faustlos lernen die Schüler anhand von beispielhaften Konfliktsituationen, nicht übereilt zu handeln, sondern zuerst über das vorliegende Problem nachzudenken. Sie lernen Strategien kennen, wie ein Problem gelöst werden kann. Konkret werden dabei die folgenden fünf Schritte behandelt:

(1)    Was ist das Problem?
(2)    Welche Lösungen gibt es?
(3)    Frage bei jeder Lösung: Ist sie ungefährlich? Ist sie fair? Wird sie funktionieren?
(4)    Entscheide dich für eine Lösung.
(5)    Wie hat es funktioniert?    
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3. Umgang mit Ärger und Wut

Wut
In der Einheit Umgang mit Ärger und Wut lernen die Kinder, mit ihren eigenen Gefühlen richtig umzugehen. Es ist ganz normal, in bestimmten Situationen Ärger und Wut zu empfinden, entscheidend ist nur, ob diesen Gefühlen freier Lauf gelassen wird oder ob man Techniken kennt, sie abzubauen. Dabei geht es nicht um das Unterdrücken von Ärger und Wut, sondern darum, dass Situationen nicht eskalieren und Schüler sich nicht gegenseitig in ihren Wut-Gefühlen hochschaukeln. Die Schüler lernen durch Faustlos, ihre Gefühle in einer sozial angemessenen Form auszudrücken. Sie werden dafür sensibilisiert, erste Anzeichen von Ärger und Wut zu erkennen und lernen verschiedene Beruhigungstechniken kennen, z.B. Rückwärtszählen oder tief durchatmen. Außerdem wird geübt, laut über mögliche Problemlösungen nachzudenken, sozusagen ein konstruktives Selbstgespräch zu führen.     zum Inhalt

Rollenspiel



4. Vorteile des Faustlos-Programms:

Faustlos richtet sich an alle Kinder einer Klasse, nicht nur an sogenannte „Problemkinder“, somit wird niemand stigmatisiert.
  
Faustlos setzt bereits an, wenn es noch keine gravierenden Probleme gibt, um von vornherein eine bessere Entwicklung der Kinder zu ermöglichen.

Faustlos verstärkt die erzielten Verhaltensänderungen durch seine systematische kontinuierliche Anwendung über die gesamte Grundschulzeit hinweg.
  
Bei Faustlos zieht die ganze Schule an einem Strang, das macht es für die Schüler einfacher beim Umgang mit verschiedenen Lehrern.
Faustlos unterstützt die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus.
 
die Effektivität von Faustlos wurde in zahlreichen Studien belegt: die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen nahm zu, aggressive Verhaltensweisen gingen zurück, darüber hinaus zeigten sich positive „Nebeneffekte“ wie die Verbesserung verbaler Kompetenzen.     zum Inhalt




5. Faustlos an der Bachschule


Das Faustlos-Programm wird vom Freundeskreis nach dem Patenmodell finanziert (Fortbildungs- und Materialkosten).

Faustlos wirkt nachhaltiger, wenn es von den Eltern unterstützt wird. Deshalb bieten wir in Zusammenarbeit mit dem Elternseminar Stuttgart in unserem "Elterncafé" und unseren "muttersprachlichen Elterntreffen" eine Faustlos-Begleitung für Eltern an. Die einzelnen Termine können dem Terminplan entnommen werden (siehe Linkleiste).
Start mit einem Schulungstag für alle Lehrer der Schule am 6. Oktober 2008.
Mitte Oktober: Start aller Klassen, von der Grundschulförderklasse bis zu den Viertklässlern.


In jeder Klasse wird eine Schulstunde in der Woche für Faustlos verwendet.
 
Für das erste Jahr mit Faustlos (Schuljahr 2008/ 09) gibt es 22 Lektionen, jeweils 7 für den Bereich „Empathie“ und „Umgang mit Ärger und Wut“ und 8 Lektionen für den Bereich „Impulskontrolle“     zum Inhalt
Mut machen


6. So läuft eine Faustlos-Stunde ab

 
Beispiel Lektion 6: Gefühle vorhersagen
(aus dem Bereich „Empathie“)

Einstieg: Lied
Wir beginnen mit einem Lied, das das Miteinander zum Thema macht, z.B. mit dem Kinder- Mutmachlied
 


Geschichte und Unterrichts-Gespräch

Geschichte
Zur Einführung zeigt der Lehrer/ die Lehrerin eine OHP- Folie aus dem Faustlos- Ordner und erzählt dazu eine Geschichte:
In der Lektion 6 geht es um Lara (auf dem Skateboard) und Jennifer (daneben stehend). Lara fährt auf einem neuen Skateboard. Jennifer möchte ebenfalls auf dem Skateboard fahren. Am liebsten würde sie es Lara einfach wegreißen. 



Hinweis
Wie würde sich Lara wohl fühlen, wenn Jennifer ihr das Skateboard wegreißen würde? (Die Klasse antwortet: Sie wird wütend, sauer, traurig, verletzt sein)
Hinweis
Wenn Jennifer Lara nach dem Skateboard fragt, was könnte Lara dann antworten?
Hinweis
Wenn Lara „Ja“ sagt, wie könnte sich Jennifer dann fühlen? Und wenn Lara „nein“ sagt?
Hinweis
Was könnte Jennifer tun oder sagen, so dass beide, sie und Lara, sich wohl fühlen? (Klasse: vorschlagen, sich abzuwechseln; ihr Fahrrad zum Tausch anbieten)

In dieser Stunde werden die Schüler dazu angeregt, daran zu denken, wie andere sich fühlen werden, wenn sie etwas tun.

Vertiefung des Gelernten im Rollenspiel

Um das Gelernte praktisch werden zu lassen, besteht der zweite Teil jeder Faustlos- Einheit aus kurzen Rollenspielen, die die Schüler in der Klasse umsetzen.

In der Lektion6 geht es nicht in erster Linie um die Lösung eines Konfliktes, sondern darum, dass unsere Aktionen in anderen Gefühle auslösen, positive wie negative.
Die Schüler spielen folgende kurze Szenen und überlegen sich die Gefühle, die ausgelöst werden:


Wenn ich [Name eines Schülers] zu meiner Geburtstagsparty einlade, dann könnte er sich ... fühlen

Wenn jemand [Name eines Schülers] ein Spielzeug wegnimmt, dann könnt er ... sein
 
Wenn jemand [Name eines Schülers] anschreit, könnte er sich ... fühlen

Wenn [Name eines Schülers] seine Kekse mit [Name eines Schülers] teilt, dann könnte er sich ... fühlen    zum Inhalt
Rollenspiel
Rollenspiel

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